Schriftzug 'Institut für Prävention und Gesundheitsförderung an der Universität Duisburg-Essen'
 

Webbasiertes Eltern-Kind-Präventionsprogramm

Primär möchte das webbasierte Eltern-Kind-Präventionsprogramm Eltern dazu motivieren und praktisch dabei unterstützen, gesundheitsförderliche Aktivitäten bezüglich psychosozialer Entwicklung, Ernährung und Bewegung in ihren Familienalltag zu integrieren. Im Sinne der klassischen Prävention wird darüber hinaus das Ziel verfolgt, Aufklärung im Bereich der Vorsorgeuntersuchungen & Schutzimpfungen sowie der Kinderunfallvermeidung zu betreiben und somit Krankheitsverhütende Maßnahmen zu initiieren.

Obwohl eine kurze Aufbereitung von wissenschaftlich-medizinischen Informationen zu den relevanten Gesundheitsthemen ebenfalls ein Bestandteil des Kurses ist, steht die Vermittlung praktischer Ideen und Anregungen zum Spielen, Bewegen, Kochen/Backen & Erzählen eindeutig im Mittelpunkt und soll einen mühelosen und lebensweltorientierten Transfer in den Alltag ermöglichen.

Feinziele:

  • Sensibilisierung bezüglich einiger zentraler Faktoren, die bereits im frühen Kindesalter einen entscheidenden Einfluss auf die gesundheitliche Entwicklung nehmen.
  • Der Interventionszeitpunkt ist so gewählt, dass die Maßnahme vor bereits manifestierten negativ zu bewertenden Verhaltensweisen, wie Inaktivität, ungünstig zu beurteilenden Ernährungsmustern oder einem ineffektiven Umgang mit Herausforderungen und Problemen, ansetzt.
  • Minimierung von körperlichen und verhaltensbedingten Risikofaktoren.
  • Die Familie als Ganzes – nicht nur Elternteile oder Kinder – zu gesundheitsförderlichen Aktivitäten motivieren. Einbezogen werden können und sollen auch Geschwister und weitere wichtige Bezugspersonen wie die Großeltern des Kindes. Möglich wird dies durch Bereitstellung spielerischer, praxisnaher Anregungen, welche stets die gesamte Familie und deren Alltag in den Fokus nehmen.
  • Aufzeigen, dass gesundheitsförderliche Aktionen teilweise mühelos in den Alltag integriert werden können und in der Lage sind, dass Familienleben zu bereichern.

 

 

Zielgruppe

Wie eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien belegen konnte, werden bereits im frühen Kindesalter Verhaltensweisen, Einstellungen und Fähigkeiten erworben, welche häufig in späteren Lebensabschnitten beibehalten werden und somit positiven oder negativen Einfluss auf die lebensgeschichtliche Entwicklung haben (Hurrelmann/Settertobulte 2000). Den Eltern kommt in der formativen Phase der ersten Lebensjahre eine zentrale Rolle zu, schließlich ist erwiesen, dass sie für Klein- und Vorschulkinder die wichtigsten Vorbilder in Bezug auf das Erlernen von Verhaltensmustern darstellen. Beispielhaft angeführt werden können in diesem Kontext die elterlichen Ernährungsgewohnheiten, die in hohem Maße das Ernährungsverhalten und die Nahrungsmittelakzeptanz der Kinder bestimmen (Skinner et al. 2002) oder aber auch das unfallträchtige Risikoverhalten in Haushalt, Freizeit und Verkehr, das ein riskantes Vorbild für das Kind bietet (Familienbildung in NRW 2007).

An institutionalisierten Maßnahmen zur Gesundheitsförderung – diese können sehr unterschiedlich in ihrer theoretischen Ausrichtung, Thematik, Dauer und Intensität sein – nimmt ein Kind heute in der Regel erstmalig im Setting der Kindertagesstätte teil. Messbare Auswirkungen auf den kindlichen Alltag können auch diese Bemühungen nur haben, wenn sie eine Elternkomponente beinhalten, welche die Mütter und Väter in den gesundheitsförderlichen Prozess mit einbezieht.

Das Programm zielt direkt auf die Familie als primäre Sozialisationsinstanz und kleinstmögliches Setting innerhalb der Gesellschaft ab und kann dadurch einen positiven Nährboden für alle später folgenden Gesundheitsförderungsmaßnahmen in Betreuungs- und Bildungseinrichtungen schaffen. Es richtet sich dabei nicht an bestimmte Ziel- oder Risikogruppen, sondern hat zum Ziel möglichst alle Eltern zu erreichen.

 

 

 

Zunächst wird das Programm für Eltern von Kindern im Alter von ca. 3 Jahren konzipiert. Eine Erweiterung auf jüngere bzw. ältere Altersgruppen ist nach einer erfolgreichen Wirksamkeitsüberprüfung möglich.

 

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich an den BKK Bundesverband Abteilung Gesundheit (gesundheit@bkk-bv.de)